Kinetic/Italeri 1:48 E-2C Hawkeye

Mi, Jul 6, 2011

Ausgepackt

Das Orginal

Die Hawkeye stellt luftgestützte Frühwarn-,Kommando-und Kontrollkapazitäten für die Trägerkampftruppe zur Verfügung. Zu den möglichen Missionen gehören die Koordination von Bodentruppenbewegungen, die Führung von Kampfflugzeugen, Abfangjägern und SAR-Einheiten sowie die Rolle eines Kommunikations-Relais. Die neueste Version E-2C (seit 1973 im Einsatz) benutzt computerunterstützte Sensoren, um Frühwarnungen, Bedrohungsanalysen und Kontrolle vonGegenmaßnahmen gegen Boden- und Luftbedrohungen bieten zu können. Konstruktiv ist die E-2 ein Hochdecker mit einem rotierenden Radar-Dom von 24 Feet Durchmesser auf dem Dach, in dem gestapelte Antennenelemente untergebracht sind. Die komplizierten Strömungsverhältnisse um den Dom machen eine mehrteilige Heckflosse notwendig. Zur Bordausrüstung der Hawkeye gehören digitale Datenlinks wie Link 11 und Link 4, neuerdings auch Link 16, mit denen die Luftlage in Echtzeit an den Verband weitergegen wird.

Aktuell befindet sich die E-2D Advanced Hawkeye in Entwicklung; sie wird vermutlich das letzte Flugzeug auf Basis der E-2 Hawkeye darstellen. Die E-2D basiert auf der Hawkeye 2000 und hat erstmals ein neues drehbares Radar mit elektronischer Strahlschwenkung (APY-9 im UHF-Bereich von 10 bis 100 cm Wellenlänge). Weiterhin wurden ein verbessertes Kommunikationssystem (Link 11+2 Link 16) und neue Missionssysteme mit offener Systemarchitektur ( beispielsweise 21-Zoll Bildschirme) verbaut. DerCo-Pilot kann nun bedarfsweise im ebenfalls neuen Glascockpit als vierter taktischer Operator eingesetzt werden. Ein weiteres Ziel war es, die Produktions- sowie die Wartungskosten zu senken. Der Erstflug der E-2D Delta One fand am 3. August 2007 statt. Erste Auslieferungen sind für 2011 geplant. Die US Navy hat derzeit einen Bedarf von 75 Flugzeugen angemeldet.

Die beständigen Verbesserungen an den frühen Flugzeug-gestützten Radars mündeten Mitte der 1950er-Jahre in dem Konzept, den Luftraum mit speziell  ausgerüsteten Flugzeugen zu kontrollieren, die als Frühwarner fungierten und die Abwehrbemühungen koordinierten. Das erste Flugzeug in dieser Rolle war die Grumman E-1B Tracer (eine Variante des U-Jagd-Flugzeugs S-2 Tracker), die von 1958 bis 1977 im Einsatz war. Der Nachfolger der E-1B, die E-2B Hawkeye, war nicht nur das erste trägergestützte Flugzeugin dieser Rolle, sondern auch die als erstes speziell für diesen Einsatzzweck konstruierte Maschine. Seitdem sie die E-1 im Jahr 1964 ablöste, ist die E-2 das „Auge der Flotte“. Ihre Feuertaufe hatte sie im Vietnamkrieg; Seitdem diente sie der Navy auf allen Konfliktschauplätzen rund um die Welt, an denen die USA Flugzeugträger im Einsatz hatten. Hawkeyes führten die F-14 Tomcat-Jäger, die 1986 während der Lybien-Krise Kampfeinsätze flogen.  In der jüngeren Vergangenheit  sorgten E-2Cs für Kommando und Kontrolle bei Navy-Operationen im Persischen Golf, wobei sie sowohl Bodentruppen als auch Luftraumpatroullien führten. Hawkeyes arbeiteten auch sehr effektiv bei „Law-Enforcement“ Aktionen im Rahmen der Anti Drogen Kampagnen der US-Regierung.

Außer der US-Navy fliegen auch die französchische Marine, Taiwan, Israel und die Streitkräfte Ägyptens die Hawkeye.

die E-2C Hawkeye von Italeri

Der Bausatz

Die Schachtel ist für die Fülle an Teilen unterdimensioniert ( Kinetic !). So geschehen bei meinen Exemplar, dass ein paar Teile teilweise oder ganz von ihren Angüssen abgebrochen sind. Ich bekomme  auch nach jedem Hineinsehen die Spritzlinge nicht mehr so hineingepackt, dass sich die Schachtel komplett schließen lässt. Beim Betrachten der 14 Spritzrahmen fallen als erstes die durchweg ausgeprägten Gravuren auf, welche ohne „Verwaschungen“ sind. Dem ein oder anderen mögen diese zu kräftig sein. Ansonsten ein durchweg sauberer Guss. Hier und da findet sich etwas Grat. Sehr interessant ist die optionale Möglichkeit, die Tragflächen entweder im entfalteten Zustand oder inder Parkposition nach hinten eingeklappt darzustellen. Den bisher in kleinerem Maßstab erschienen  Bausätzen fehlen diese Optionen. Die in gefaltetem Zustand zu sehenden Bereiche sind mit schönen feinen Details wie Leitungen, Verstrebungen und dem Verriegelungsmechanismus versehen. Als Innenleben der Maschine wird das Cockpit und ein kleiner Bereich hinter der Einstiegsluke an der Backbordseite dargestellt. Die Einstiegsluke kann geöffnet oder geschlossen gebaut werden. An der Steuerbordseite unter/hinter der Tragfläche befinden sich drei runde Fenster, durch die der Innenraum sehr eingeschränkt einsehbar ist. Sicherlich wäre ein ausgestalteter Innenraum der Radarbeobachter mit den Konsolen etc. sehr interessant, in der Realität allerdings übertrieben und wohl eher eine Idee für ein ambitioniertes Schnittmodell der „Hawkeye“.    Die Landeklappen können aus- oder eingefahren dargestellt werden. Die Querruder sind ebenfalls separat ausgeführt. Mittlerweile glücklicherweise zum Standard avanciert finden sich abgeflacht dargestellte Reifen.  An den Seiten im vorderen Bereich der Triebwerksgondeln können unterschiedliche Panele verbaut werden. Ein Hinweis wo genau der Unterschied im Orginal liegt fehlt allerdings.  Die Propeller werden aus je sechs Einzelteilen zusammengefügt. Leider finden sich an den einzelenen Propellerblättern keine Führungsnasen, welche das exakte Ausrichten erleichtern würden. Das Radom sowie die Propeller bleiben am Modell beweglich.  Es befinden sich weitere nicht zu verbauende Teile an den Spritzlingen, welche für weitere Verionen (z.B. Italeri !) vorgesehen sind.

Decals               

Die von Cartograf gedruckten und von Fightertown Decals entworfenen Abziehbilder erlauben den Bau einer Maschine der CVW-9, VAW-112 stationiert auf USS Nimitz im Jahr 1995 (gilt fürKinetic, Italeri beinhaltet  3 Versionen, darunter eine French Navy).

Die Anleitung

Die im Din A5 Format gedruckte Anleitung führt in 18 Schritten zum fertigen Modell. Durch den kleinen Druck und die teilweise vielen zu verbauenden Teile   ist sie gerade im Bereich der Fahrwerksmontage etwas unübersichtlich. Das Anbringen der Decals wird auf einer doppelseitig bedruckten DIN a4 Seite aufgezeigt. Ebenfalls darauf enthalten ist eine dürftige Farbangabe. Näheres muss man aus anderen Quellen zusammentragen.(Italeri hat’s etwas besser gemacht)

Fazit

Endlich ist sie da: die „Hawkeye“ in 1.48 Und das Warten hat sich gelohnt. Beim Blick in die Schachtel juckt es einem sofort in den Fingern. 

    

                                                                                                              

Reporter und Modellbauer für die E-2C Hawkeye ist Sven Schönyan

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