Michi Eberl – Baubericht Wingnut Wings Roland D.VIb 1:32

Mi, Nov 23, 2016

Bauberichte

Roland I

Wingnut Wings – Roland D.VIb im Maßstab 1/32, gebaut von Michi Eberl

Die Doppeldecker im Ersten Weltkrieg mit Holzrumpf haben mir schon immer sehr gut gefallen. Die Optik von unbemaltem Holz hat, wie ich finde, einen bosonders rustikalen Charme. Also stand der Entschluss fest solch ein Flugzeug zu bauen. Und mit der Roland D.VIb von Wingnut Wings habe ich in meinem Fundus das richtige gefunden. Über die Qualität möchte ich nicht viel sagen, diese ist bestens bekannt. Die Schachtel ist bis oben hin gefüllt mit sechs Spritzlingen, Bauanleitung, drei Decalbögen (DIN A4) und der obligatorischen kleinen Ätzteilplatine. Es stehen fünf Bemalungsvarianten zur Wahl, davon sogar eine amerikanische Beutemaschine und als Bonus noch das Flugzeug dessen Rumpf in Krakau erhalten geblieben ist.

Das Cockpit:

Man beginnt, wie üblich, mit dem Cockpit. Bei den Farbangaben hielt ich mich an die Bauanleitung. Alle Teile die im Orginal aus Holz waren wurden mit Tamiya XF-57 Buff grundiert. Anschließend wurde die Holzmaserung mit der Ölfarbe Sienna Natur aufgemalt. Dunkles Holz bemalte ich mit Sienna gebrannt. Der Kraftstofftank wurde Messingfarben und die Magazine für die Munitionsgurte wurden mit Aluminium (Tamiya TS-17) besprüht. Das Lozenge-Decal am hinteren Spant stammt von Aviattic. Die Instrumente wurden mit den beiliegenden Decals dargestellt. Unter der Lupe kann man sie sogar ablesen! Normalerweise bringe ich die Höhenruder immer mit Einschlag nach unten an, dann muss aber der Steuerknüppel auch nach vorne hängen. Das dies ohne einen größeren Umbau nicht möglich gewesen wäre habe ich die Gurte so angebracht, dass es aussieht als würden sie ihn in Posiotion halten damit die Ruder sich nicht bewegen können. Das machen wir im Segelflugverein mit unseren Flugzeugen auch immer so und ich dachte mir, das es damals auch so gewesen sein könnte. Mit Draht wurden auch noch ein paar Leitungen (Benzinpumpe) und Schubstangen (Gashebel) angebracht. Die dünnen Drähte am Steuerknüppel sind die Bautenzüge für die MG’s und die Steuerdrähte wurden mit Angelschnur dargestellt. Den Kühler vorne habe ich mit Metallpigmenten behandelt. Ein wenig gealtert wurde mit Pigmenten und Washes.

Roland II

Roland III

Roland IV

Der Motor:

Wie immer bei Wingnut Wings ein wahres Schmuckstück. In der Bauanleitung ist eine ganze Seite dafür vorgesehen. Das Kurbelwellengehäuse wurde mit Tamiya TS-17 lackiert. Die Zylinder bekamen einen Überzug mit Revell Aqua Color schwarz seidenmatt, ebenso alle Rohrleitungen. An ihnen sind sogar die Zündkerzen und Zündkabel angegossen. Wer das lieber selber machen möchte, für den sind die Zylinder ohne Kabel vorhanden. Allerdings muss man bei diesen auch die Kabelkanäle ergänzen. Da ich aber den Motor ohnehin nicht offen präsentieren wollte war ich mit den angegossenen zufrieden. Lediglich die Kabel von den Zündverteilern zu den Kabelkanälen mussten mit 0,2mm Draht ergänzt werden. Bemalt wurde mit Tamiya XF-52 und den Zündkerzen in Weiß. Alle Messingteile wurden mit Revell 94 bemalt. Die Ventilstössel wurden wie der oben genannte Kühler mit Metallpigmenten behandelt. Außerdem wurden noch zwei Decals in Form eines Typenschildes und der Seriennummer angebracht. Zum Schluss wurde der Motor noch mit Engine Wash und Engine Oil von AK gealtert. Der Motor war nun bereit in den Motorträger eingesetzt zu werden.

Roland VI

Roland VII

Der weitere Zusammenbau:

Bevor man die Rumpfhälften innen bemalt, muss man an jeder Seite drei Wartungsklappen entfernen und jeweils ein Loch bohren, in das dann eine neue eingeklebt wird. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht die Klinkerstruktur des Rumpfes und die Nagelreihen, die wie die Nieten an einem Wk.2 Flugzeug dargestellt sind, beschädigt. Eventuell müssen diese mit einem Nietrad nachgraviert werden. Nun bemalte ich die Innenseiten mit Tamiya XF-75 und stellte die Holzmaserung ebenfalls mit Ölfarbe dar. Nachdem die Farben getrocknet waren wurde ein Überzug mit Klarlack aufgebracht. Darauf folgte ein Washing mit Brown Wash, gefolgt von einer Lage Mattlack. Die Lederwulst am Einstieg wurde innen mit Vallejo Farben bemalt. Nun klebte ich das Cockpit in die rechte Rumpfhälfte. Nach ausreichender Trocknung wurden die Rumpfhälften zusammengefügt.. Die Passung ist sehr gut, dennoch habe ich, um auf Nummer sicher zu gehen, die Naht verspachtelt. Sobald alles ausreichend getrocknet ist wird die Mittelnaht verschliffen und mit dem Nietrad eventuell verloren gegangene Nägel nachgraviert. So wie das geschehen ist wird noch das Höhenruder montiert. Alle anderen Bauteile wie Tragflächen, Fahrwerk, Motorverkleidung, Auspuff etc. werden, um sie besser bemalen zu können, erst zum Schluss angebracht.

Roland VIII

Roland IX

Roland XI

 

Die Bemalung:

Entschieden habe ich mich für Option B, eine Maschine der Jasta 59. Zuerst wird das Cockpit und der Motor abgeklebt und der Rumpf anschließend in Tamiya XF-57 (Buff)  bemalt. Einzelne Beplankungsbretter werden in Gunze H-310 (Brown FS30219) hervorgehoben. Nun wird die Holzmaserung wieder mit Ölfarbe dargestellt, welche nachdem sie getrocknet ist mit Klarlack versiegelt wird. Die Nägel werden jetzt mit Neutral Wash betont. Ist das geschehen wird das weiße Rumpfband und der rote Heckbereich lackiert. Der schwarze Streifen vom Bug bis zum Heck kommt als letztes an die reihe. Alle Metallbeschläge, Motor abdeckungen, Flügelstreben und das Fahrwerk bemalte ich in Tamiya XF-76 grau-grün. Der Auspuff wurde mit Gunze Mr.Metal Color Steel bemalt und dann mit verschiedenen Pigmenten gealtert. Das Schichtholz des Propellers stellte ich mit Gunze H-310, H-318 und natürlich, wie könnte es anders sein, mit Ölfarbe dar. Der Tragflächenkühler bekam einen Überzug mit Alclad Airframe Aluminium.

Die Tragflächen und Felgen waren mit Lozenge-Stoff bespannt, für mich kamen nur die erstklassigen Lozenge Decals von Aviattic in Frage. Diese sind schon ausgeblichen gedruckt und es ist sogar eine Stoffstruktur dargestellt. Da sie halb transparent sind, habe ich die zu beklebenden Bereiche zuerst mit Tamiya XF-55 (Deck Tan) grundiert. Die Rippen der Tragflächen schattierte ich danach mit einer Mischung aus Smoke und etwas schwarz, damit man dies durch das Decal durchschimmert. Um einen guten Untergrund für die Abziehbilder zu haben wurde alles mit Klarlack überzogen. Die obere Tragfläche ist in Fünffarbmuster und die Querruder, die untere Tragfläche sowie die Felgen in Vierfarbmuster bespannt. Die Aviattic Decals sich hervorragend verarbeiten und sehen, wie ich finde, sehr realistisch aus. Man muss die Segmente aber möglichst genau ausschneiden, da die Decalbögen einen durchgehenden Trägerfilm besitzen. Nun werden noch die restlichen Abziehbilder aufgebracht und mit Klarlack versiegelt um sie vor dem Washing zu schützen. Jetzt wird noch die rippenstruktur auf Seitenruder, Höhenleitwerk und auf den Hoheitszeichen der Tragflächen ergänzt. Ist das passiert, erhält das Modell einen Überzug mit mattem Klarlack. Damit ist die Bemalung beendet.

Roland XII

Roland XIII

Roland XIV

Endmontage und Verspannung:

Das Modell wird nun komplett zusammengebaut. Bis auf den Propeller, der würde bei der Verspannung nur im Weg umgehen. Für die Verspannung verwende ich 0,15mm dicke Angelschnur und Spannschlösser von Gaspatch Modells. Und zwar die im Maßstab 1/48, da ich der Meinung bin, dass die richtige Größe für 1/32 haben. Bei der Verspannung gehe ich wie folgt vor.                  Verwendet habe ich die Spannschlösser die auf beiden Seiten Ösen haben. In eine wird die Angelschnur geklebt und durch die andere fädle ich Kupfrerdraht, welcher verzwirbelt wird, damit eine Schlaufe entsteht. Diese Kupferdrahtschlaufe wird nun in die bereits vorhandenen Bohrungen in der unteren Tragfläche geklebt. Im Gegenüberliegenden Befestigungspunkt klebe ich eine geätzte Öse der Firma Brengun ein durch die anschließend die Schnur gefädelt und gestrafft wird. Da das Spannschloss durch die Kupferschlaufe beweglich gelagert ist, richtet es sich beim straffziehen der Schnur automatisch im richtigen Winkel aus.                                                                                                                                                                                                                                                                           Wichtig ist, das man beim Verspannen mit System vorgeht. Also am besten von vorne nach hinten, von innen nach aussen arbeiten. Dann ist das ganze auch nicht schwer. Die Schnur habe ich dann noch in einem dunklen Metallfarbton und die Spannschlösser in Messing bemalt. Zuletzt habe ich noch einige Ölschlieren und Dreck mit Pigmenten angebracht – den Propeller natürlich auch noch montiert.

Roland XV

Präsentation:

Die Roland sollte natürlich auch nicht so einsam in der Vitrine stehen. Also habe ich mir einen Holzsockel besorgt, auf den ich eine Grasmatte von Faller geklebt habe. Ein paar Blumen durften auch nicht fehlen. Eine Hummel kam auch noch hinzu. Das mit den Tieren ist so ein Tick von mir. Da ich fand, das sie immer noch etwas einsam herumstand sie noch Gesellschaft in Form von drei Figuren von Kellerkind Miniaturen. Diese wurden mit Acrylfarben bemalt, lediglich für die Hautpartien kam zusätlich etwas Ölfarbe zur Anwendung. Das Schild stammt vom beiliegenden Ätzteilbogen und wurde  mit Brüniermittel behandelt und nach anschließendem Überschleifen aufgeklebt.                                                                                                                                                                    An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei meinem Freund Andreas bedanken, der mir bei der Bemalung des Offiziers geholfen hat. Außerdem hat er mir immer geholfen wenn ich bezüglich der Farbgebung der WK.I Flieger unsicher bin.

Fazit:

Der Bau der Roland D.VIb hat wieder sehr viel Freude bereitet ( wie eigentlich immer bei Wingnut Wings). Ich kann diesen Bausatz wirklich nur empfehlen. Und die Aviattic Lozenge Abziehbilder sehen sehr realistisch aus. Ich bin schon am überlegen welcher Wingnut Bausatz als nächstes gebaut wird.

Roland XVI

Roland XVII

VN:F [1.9.22_1171]
Wie hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Rating: 6.0/6 (2 votes cast)
Michi Eberl - Baubericht Wingnut Wings Roland D.VIb 1:32, 6.0 out of 6 based on 2 ratings

Hinterlasse einen Kommentar