Baubericht Rumpler C.IV Wingnut Wings 1:32 von Michi Eberl

Di, Jul 12, 2016

Bauberichte

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Rumpler C.IV Wingnut Wings im Maßstab 1:32, gebaut von Michi Eberl

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit einen Artikel über die Rumpler C.IV gelesen. Dieser Artikel hat mich so für dieses Flugzeug begeistert, dass ich mir sofort den Bausatz von Wingnut Wings bestellt habe. Wingnut Wings hat sowohl die frühe als auch die späte Version im Angebot. Ich entschied mich für die frühe, da mir die Version mit spitzem Bug besser gefällt. Die Schachtel ist randvoll mit 13 Spritzlingen in bester Qualität, einer kleinen Ätzteilplatine, einem großen Decalbogen für sechs Bemalungsoptionen und natürlich eine hervorragende Bauanleitun. Da die Maschinen sich in Details voneinander unterscheiden, muss man sich vor Baubeginn für eine Variante entscheiden.

Das Cockpit: Der Bau beginnt, wie sollte es auch anders sein, mit dem Cockpit. Alle Holzflächen habe ich mit Tamiya XF-57 Buff grundiert und anschließend wurde mit Ölfarbe Sienna gebrannt die Holzmaserung aufgemalt. Nur die Rückseite des Pilotensitzes wurde mit einem helleren Ton, Sienna Natur, bemalt. Das Leder der Sitzpolster bemalte ich mit Vallejo Farben aus dem Set Wood and Leather. Für den Rest der Bemalung wurden diverse Acryl – und Enamel Farben verwendet. Washings wurden mit den Produkten der Firma Mig durchgeführt, vom gleichen Hersteller verwndete ich auch die Pigmente (Rubbel Dust) zur Schmutzdarstellung. Die geätzten Sitzgurte wurden durch solche von HGW ersetzt da diese aus echtem Textilgewebe bestehen. Der Steuerknüppel wurde so eingeklebt , dass er nach vorne hängt da ich die Höhenruder mit Einschlag nach unten anbringen möchte. Viele Modellbauer die dies machen vergessen, dass wen die Ruder nicht in Neutralposition sind es der Steuerknüppel auch nicht sein kann. Die Bomben lackierte ich in RLM76 Lichtblau, ebenso die Metallstreben am Cockpitrahmen. Instrumente und Beschriftungen wurden mit den beiliegenden Decals dargestellt. Die Konstruktion an der Rückwand  dient der Befestigung der Steuerdrähte, welche aus 0,15mm dicker Angelschnur bestehen und mit der Farbe Steel von Gunze bemalt wurden.

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Der Motor: Das Triebwerk ist bei Wingnut Wings immer ein Modell für sich. Den Motorblock habe ich mit Tamiya Spray TS-17 bemalt. Die Zylinder wurden mit Seidenmatt schwarz von Revell lackiert und ebenso die Wasserleitungen. Die Ventilfedern bekamen einen Farbauftrag mit AK True Metall Iron. Aus dünner Kupferlitze fertigte ich mir die Zündverkabelung und bemalte diese mit gelb. Die Kabelführungen bekamen einen rostfarbigen Anstrich. Aus Bleidraht wurden noch zwei Leitungen angefertigt und messingfarben bemalt. Die Hitzeschutzisolierung wurde aus dünnen Klebestreifen hergestellt. Nach abgeschlossener Bemalung wurden die Decals in Form von Typenschildern, Seriennummern und Thermometerscala aufgebracht. Gealtert wurde der Motor mit Engine Wash und Eingine Oil von AK-Interactive.

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Die Bewaffnung: Die Bewaffnung besteht bei der Rumpler aus einem MG 08 welches starr nach vorne gerichtet eingebaut ist und einem Parabellum MG auf einer Drehlafette am Beobachterplatz. Für das MG 08 verwendete ich die im Bausatz beiliegenden Spritzguss und Ätzteile für den Mantel. Besagte Ätzteile wurden vor dem Rollen, wofür eine Vorrichtung beiliegt, Brüniert  mit einem Brüniermittel von AK. Nach dem Zusammenbau von Spritzguss – und Ätzteilen wurde das MG mit Tamiya Gun Metal lackiert. Die Munitionszuführungen bekamen einen  Aluminiumfarbenen Anstrich. Beim Parabellum MG ging ich weitestgehend genauso vor, nur verwendete ich hier einen gedrehten MG Mantel und Lauf der Firma Master. Die Patronen am Munitionsgurt bemate ich Messingfarben und die Spitzen Silber um die Kugeln anzudeuten. Der eigentliche Gurt wurde Stofffarben bemalt. Das Schulterstück bekam eine Holzoptik aus Öl- und Acrylfarben. Zum Schluss folgte noch ein Drybrushing mit Silberfarbenen Pigmenten.

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Der weitere Zusammenbau:

Nun geht es daran die Rumpfhälften innen zu bemalen und selbige anschließend zusammenzufügen. Die Flächen, die beim Original Leinwand waren bemalte ich mit Tamya    XF-55. Mit Mig Brown Wash wurden diese gealtert. Holzflächen worden wie oben beschrieben bemalt. Der untere Bereich der Motorverkleidung bemalte ich mit XF-76. Anschließend wurde das Cockpit in die rechte Rumpfhälfte geklebt und nach Trocknung des Klebers beide Rumpfhälften zusammengeklebt. Ich habe mir angewöhnt die Mittelnaht grundsätzlich zu verspachteln, auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, so auch hier. Es muss auch eine Stoffnaht an der rechten Rumpfhälfte entfernt werden. Nachdem alles sauber verschliffen wurde klebte ich das Leitwerk mit Seiten- und Höhenruder an. Letztere wurden abgesenkt angeklebt. Die Motorabdeckungen wurden erstmal nur provisorisch mit UHU Patafix angeheftet. Der Auspuff bekommt eine Grundbemalung mit Revell 83 Rost und wird danach mit verschiedenen Rost- und Ruß Pigmenten gealtert. Dieser wird wie andere Kleinteile erst ganz zum Schluss angebaut. Bei der oberen Tragfläche muss man die Nähte am Mittelstück, mit denen beide Tragflächenhälften zusammengefügt werden verspachteln. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man beim Schleifen nicht die Rippenstruktur beschädigt. Querruder werden auch gleich montiert. Die Tragflächen werden wie diverse andere Teile    z. B. Fahrwerk, Tragflächenstreben, Räder, Propeller, etc. separat lackiert. Nun Kann die Bemalung beginnen. Ich entschied mich für Bemalungsvorschlag A, ein Flugzeug der FAA 276 geflogen von Alexander Decker. Stationiert war dieses Flugzeug im Merz 1917 in Mez – Frescaty.

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Die Bemalung:

Die Bemalung begann ich mit dem Auftrag von Tamya Surface Primer. Nach ausreichender Trocknungszeit wurde ein Pre Shading mit Schwarz matt aufgetragen. Daran folgte die erste Farbe und zwar RLM 76 für die Unterseite. Dabei muss man darauf achten, dass man nicht die Vorschattierung komplett übermalt. Nachdem die Farbe getrocknet ist wird die Unterseite abgeklebt. Die erste Farbe für die Oberseite ist Tamya XF-71 anschließend werden die dunkelgrünen Tarnflecken mit XF-61 frei Hand aufgebracht. Dabei sollte man mit geringem Druck und mit einer möglichst kleinen Düse (0,2mm) Arbeiten. Auch hierbei gilt die Vorschattierung nicht komplett überdecken. Wenn das beendet ist kommt eine Lage Klarlack auf das Modell, diesen sollte man unbedingt ausreichend trocknen lassen (24 Std.). Ist das geschehen werden die Decals aufgebracht. Mit etwas Weichmacher funktioniert das sehr gut. Anschließend wird noch eine Lage Klarlack aufgetragen um die Decals zu schützen. Ich habe nun die Flügelrippen mit 1mm breiten Klebeband Streifen abgeklebt und entlang dieser Tamiya Smoke Aufgesprüht um die Struktur zu betonen. Nun wurden auch schon Alu-farbene Lackschäden auf den Metallbereichen aufgebracht um diese mit dem anschließenden Washing den Glanz etwas zu nehmen. Wenn diese Arbeit erledigt ist, ist das Washing an der Reihe. Ich führte es mit Mig Neutral Wash durch. Nach ausreichender Trocknungszeit wurde der Überschuss mit Wattestäbchen und Küchenkrepp wieder Abgewischt. Zum Schluss wurde noch eine Lage Matter Klarlack aufgebracht. Der Propeller wurde zuerst mit XF-52 bemalt , anschließend wurde mit einer Schablone von RB Productions und Gunze H 318 die hellen Bereiche des Schichtholzes grob aufgemalt. Die Feinarbeiten wurden freihand mit dem Pinsel durchgeführt. Nun wird der Propeller noch mit Ölfarben auf Holz getrimmt, und mit Seidenmatt Lack geschützt. Die Reifen wurden mit XF-19 Sky Grey bemalt. Wichtig ist. dass man keinen dunklen Gummifarbton verwendet, da damals noch kein Ruß in die Gummimischung getan wurde. Der Kühler wurde erst Seidenmatt schwarz grundiert und dann mit Metallpigmenten (Steel) behandelt.

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Die Verspannung:

Die Verspannung ist kein Hexenwerk. Man muss nur nach System vorgehen, dann ist das kein Problem und nicht schwer. Ich verwendete Spannschlösser von Gas Patch Modells. Im Maßstab 1/48, da ich der Meinung bin diese haben die richtige Größe für 1/32. In die eine Öse wird dünner Kupferdraht eingefädelt und verzwirbelt. In die andere wird 0,15mm dicke Angelschnur eingefädelt und verklebt. Mit dem Kupferdraht klebt man das Spannschloss in die vorgesehenen Bohrungen, welche Wingnut Wings schon angebracht hat. Dadurch bleibt das Spannschloss beweglich und richtet sich automatisch im richtigen Winkel aus, wenn die Schnur gespannt wird. Nun Klebt man am gegenüberliegenden Verspannungspunkt eine Kleine Öse in die Bohrung. Ich verwendete geätzte Ösen der Firma Brengun. Man braucht jetzt nur noch die Schnur hindurch zu fädeln und zu verkleben. Nach Trocknung des Klebers wird das was übersteht abgeschnitten. Ich bemale die Schnur immer in einem dunklen  Metall Farbton, und den Mittelteil des Spannschlosses in Messing.    Nun müssen nur noch alle verbliebenen Kleinteile montiert werden und die Rumpler ist fertig.

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Die Präsentation:

Die Rumpler sollte auch wieder auf einem kleinen Sockel mit ein paar Figuren präsentiert werden. Den Sockel hat mir ein Freund zur Verfügung gestellt (danke Falk). Begrünt wurde er mit Gras Matten und Löwenzähnen aus dem Modellbahn Zubehör. Erde wurde mit Pigmenten der Firma Mig dargestellt.

Ich hatte noch ein Tankwägelchen und die dazu passenden Figuren von Aviatic in meinem Fundus, mit denen ich hier eine Betankungsscene darstellen wollte. Das Wägelchen und die Figuren sind aus Resin, sie wurden Überwiegend mit Acrylfarben bemalt. Lediglich für Metalleffekte kamen Emailfarben und für die Lichter an den Hautpartien der Figuren wurden Ölfarben verwendet. Der Tankdeckel wurde abgetrennt in ein Passend gebohrtes Loch ein Trichter der Firma Eureka eingeklebt. Die Leiter ist im Bausatz enthalten. Hier habe ich das Holz zur Abwechslung mal mit Acrylfarben gemalt, was auch ganz gut geklappt hat.

Der Bau der Rumpler hat mir auch wieder sehr viel Spaß bereitet, die Passgenauigkeit ist, wie bei Wingnut Wings üblich, hervorragend. Das von mir verwendete Zubehör ist nicht unbedingt notwendig. Auch aus der Schachtel gebaut erhält man ein nahezu perfektes Modell. Die Resinbausätze sind auch für diejenigen geeignet, die mit dem Material bisher noch keine oder nur wenig Erfahrung haben.

PS. Sollte es Fragen oder konstruktive Kritik geben kann man mich gerne unter folgender     E-Mail Adresse kontaktieren:           scharl.eberl@t-online.de

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