Baubericht Fisher Models Bugatti 100P im Maßstab 1:24

Mo, Mai 22, 2017

Bauberichte

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ein Baubericht von Michi Eberl

Die Firma Bugatti ist in erster Linie für Ihre Autos bekannt. Der Firmengründer Ettore Bugatti hat aber auch einmal ein Rennflugzeug entworfen, die Bugatti 100P. Der Bau des Flugzeuges begann 1938. Bei einer Spannweite von 8,23 m und einer Länge von 7,70 m verfügte die Maschine über 2 Motoren von etwa 450 PS, die je einen der beiden gegenläufigen konzentrischen Propeller antrieben. Die geplante Geschwindigkeit sollte bei über 800 km/h liegen. Das Flugzeug verfügte über weitere bemerkenswerte und teilweise durch Bugatti patentierte Merkmale wie Holz- Verbundbauweise und ein Y-förmiges Leitwerk. Der Bau wurde 1938 begonnen, verzögerte sich aber aufgrund des Kriegsausbruchs und wurde letztendlich nie fertiggestellt. Das unfertige Flugzeug ging durch mehrere Hände.

Der Rumpf ohne Motoren ist heute im EAA Air Venture Museum in Oshkosh ausgestellt. Eine private Gruppe arbeitete ab 2009 an einem Nachbau, der am 19.August 2015 in Tulsa zum Erstflug abhob. Am 6. August 2016 kam es beim insgesamt dritten Flug der Replik wenige Sekunden nach dem Abheben zu einem Absturz, bei dem der Pilot ums Leben kam und das Flugzeug ausbrannte.

Der Bausatz:

Als Fisher Models die Bugatti 100P im Maßstab herausbrachte habe ich erstmal ganz schön blöd geschaut. Mir war aber sofort klar, dass ich diesen schönen Exoten unbedingt in meiner Sammlung haben möchte. Also habe ich mir den Bausatz bestellt und drei Wochen später war er auch schon da. Die Bauteile sind in beigem Resin gegossen. Die Gussqualität ist zwar nicht die allerbeste aber auch nicht die schlechteste. Der Rumpf und die Tragflächen sind jeweils als ein massives Teil gefertigt. Das erleichtert den Zusammenbau sehr. Die Cockpithaube besteht aus transparentem Resin. Decals sind nur für die Instrumente und Propeller vorhanden. Ätzteile sucht man vergebens, obwohl zumindest Gurte bei dieser Preisklasse dabeisein dürften. Die Bauanleitung ist wie ein Baubericht ausgeführt und besteht aus s/w Fotos und englischem Text. Da niemand mehr so genau sagen wie die Farbgebung am Orginal ausgesehen hätte, entsprechen die Angaben meinen eigenen Vorstellungen.

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Gentlemen start your engines!

Der Zusammenbau beginnt nicht wie üblich bei Flugzeugen mit dem Cockpit, sondern mit den Motoren. Aber etwas Abwechslung kann nicht schaden. Zuallererst bemalte ich die Motorblöcke mit Gun-Metall von AK-True Metall Serie. Für die Farbgebung der Motorträger und des restlichen Motorraums wählte ich Tamiya Spray AS-21. Der Ansaugkrümmer wurde mit Gunze Mr.Metal 212 Iron bemalt. Das Kurbelgehäuse bekam einen dunkelgrünen Farbauftrag. Die Auspuffenden habe ich zunächst aufgebohrt uns anschließend mit Gunze Burnt Iron bemalt und angeklebt. Anschließend wurden mit einem Tamiya Weathering Set ausgeglühtes Metall dargestellt. Bei meinem Bausatz waren beide Auspuffe für den hinteren Motor enthalten, so dass ich am vorderen etwas zurecht schnitzen mußte. Nun klebte ich die Motoren auf die Triebwerksträger und diese wiederum auf ihre Positionen im Mittelteil der Tragfläche. Die Zündkerzen bemalte ich in weiss und Aluminium, klebte diese an ihren Platz und verkabelte sie noch mit 0,2 mm Draht. Die Zündspulen und Ölpumpe wurden schwarz lackiert und deren Trägerplatte mit Tamiya AS-31. Nun klebte ich den mit  Tamiya Spray TS-30 bemalten Kühlwassertank an seinen Platz. Die Kühlwasserleitungen bemalte ich Kupferfarben. Bevor der Kühler eingebaut wurde bekam er noch Zu-und Ableitungen aus Draht, welche ebenfalls in Kupferfarbe bemalt wurden. Die Motoren und der Motorraum wurden mit einem Washing dezent gealtert.

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Flügel & Rumpfmontage:

Die Passung von Tragflächen und Rumpf ist für einen Kleinserienbausatz überraschend gut. Lediglich auf der Unterseite musste ich zwei Spalten verspachteln, was mit UHU 2-Komponenten Kleber bewerkstelligt wurde. Zuvor wurde die Rumpfinnenseite aber ebenfalls mit Tamiya AS-31 lackiert. Ursprünglich hatte ich vor die Motorraumabdeckung abnehmbar zu gestalten. Sie passte aber so schlecht, dass trotz mehrfachem anpassen und erwärmen mitanschließendem biegen keine Zufriedenstellende Passung zustande gebracht wurde. Also entschloss ich mich schweren Herzens doch dazu sie fest zu kleben und zu verspachteln, wo es nötig war. Den Kühler musste ich auch wieder ausbauen, weil er nur bei offenen Motoren montiert werden kann, sonst passt die Abdeckung nicht. Außerdem habe ich an der Vorderseite, die eigentlich offen ist, ein “Brandschott” aus Plastikkart angebracht. Sonst könnte man vom Cockpit aus in den Motorraum sehen und das war beim Orginal bestimmt nicht so.

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Das Cockpit:

Zuerst lackierte ich die Hauptkomponenten in Tamiya Neutral Grau XF-53. Nach ausreichender Trocknungszeit baute ich zuerst die vorderen Spannten und das Porpellergetriebe ein. Als nächstes waren die Abdeckungen der Fernwellen an der Reihe, die rechts und links vom Pilotensitz verlaufen. Sie waren etwas zu lang und mussten ein wenig abgeschliffen werden. Nun klebte ich die Seitenruderpedale und die vordere Abdeckung, die auch das Instrumentenbrett aufnimmt an ihren Platz. Die verschiedenen Hebel für Gas, Landeklappen und Fahrwerk bemalte ich in unterschiedlichen Farben um etwas Farbe ins Cockpit zu bringen. Der Sitz wurde ebenfalls in XF-53 bemalt. Da ja wie oben erwähnt, keine Gurte enthalten sind habe ich welche von der Firma HGW verwendet. Ich entschied mich für deutsche WK 2 Gurte. Das entspricht zwar bestimmt nicht ganz dem Orginal aber mir ist nicht bekannt wie die Orginal Gurte ausgesehen hätten., währe das Flugzeug fertiggestellt worden. Die Gurte montierte ich nun an den Sitz und diesen anschließend ins Cockpit. Das Instrumentenbrett bemalte ich schwarz und für die Instrumentenschalen verwendete ich die beiliegenden Decals. auf die noch ein Tropfen Klarlack zur Glasimitation aufgetragen wurde. Auf die Rückseite der Instrumente brachte ich Schläuche aus Bleidraht an. Nun betonte ich noch die Gravuren und Details mit einem Washing und dann konnte auch schon die Haube aufgeklebt werden. Die Haube ist leider etwas trüb, zu breit und zu flach. Um die Trübheit zu beseitigen habe ich sie Klarlack lackiert. Damit die Formfehler beseitigt werden, muss man die Haube mit sanfter Gewalt ankleben. Als ich die Haube fertig aufgeklebt hatte, lößte sich im Cockpit ein Teil. Also habe ich versucht die Haube nochmal vorsichtig zu entfernen. Aber es kam wie es kommen musste – sie ist gebrochen!  Ich habe daraufhin bei Fisher Models eine neue angefordert, zwei Wochen später kam eine Lieferung mit 2 neuen Kanzeln. Ich war sehr erleichtert und mein Modell gerettet.

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Das Fahrwerk:

Der Bau des Fahrwerks verlief dann zum Glück ohne Probleme. Die Felgen und Reifen sind separate Teile, das erleichtert die Bemalung. Die Fahrwerksbeine und Felgen bemalte ich mit Tamiya Spray TS-30.  Die Federbeine wurden mit Bare Metal Foil beklebt und die Reifen mit Tamiya XF-85 lackiert. Außerdem brachte ich noch eine Bremsleitung aus Draht an, welche ich mit Sekundenkleber fixiert habe.

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Die Bemalung:

Nun musste nur noch die Haube maskiert werden und das Modell war bereit für die Lackierarbeiten. Als erstes habe ich mich um die Kabinenhauben-Streben gekümmert. Sie wurden zuerst mit der gleichen Farbe wie das Cockpit bemalt. darauf folgte dann eine glänzend schwarze Grundierung für die Alclad Chrome Farbe. Bei der Gelegenheit erhielten die Propellerblätter auch einen schwarzen Farbauftrag. Nun klebte ich die bemalten Kabinenstreben ab und brachte eine Grundierung auf das Modell auf. Für die eigentliche Farbgebung kam für mich nur eine Farbe in Frage, nämlich Blau. Entschieden habe ich mich für Tamiya TS-44. Das Modell habe ich gleich mit der Sprühdose lackiert. Nun war es an der Zeit die Hersteller-Decals für den Propeller aufzubringen. Nach dem die Farbe getrocknet war brachte ich noch eine Lage Klarlack Seidenmatt von Gunze auf. Rennflugzeuge werden ja peniebelst gepflegt und dementsprechend habe ich mich mit der Alterung auch sehr zurückgehalten. Ich habe lediglich eine dezente Abgasfahne angebracht und die Gravuren mit einem Washing betont.

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Am Ende wird immer alles gut:

Nun musste ich nur noch das Fahrwerk anbringen und die Cockpithaube demaskieren und die Bugatti war fertig. Für die Präsentation entschied ich mich für einen schlichten Holzsockel auf den ich  zwei Schilder anbrachte und eine Pilotenfigur kam auch noch dazu. Der pilot ist eine Figur von Preiser und eigentlich Rennfahrer. Pilotenfiguren in 1:24 gibt es nur sehr wenige und wenn dann nur für WK.II. Wer nun glaubt, dass man für dieses Modell aufgrund des des großen Maßstabs eine eigene Vitrine braucht der irrt sich. Die Bugatti ist in 1:24 nicht größer als ein WK.II Jäger in 1:32.

Der Bausatz lässt sich bis auf die Passungenauigkeiten mit der Motorabdeckung und Cockpithaube vergleichsweise einfach bauen. Jedoch sollte man schon über ein wenig Erfahrung mit Resinbausätzen verfügen.

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