UFO oder was? Haunebu II von Squadron in 1:72 von Jürgen Wimmer

Mi, Feb 15, 2017

Bauberichte

Haunebu II  3

Baubericht des Haunebu II von Squadron Models im Maßstab 1:72

Vor etwa einem Jahr machte sich der große amerikanische Modellbauspezialist Squadron Gedanken,  den ersten eigenen Plastikbausatz auf den Markt zu bringen. Um möglichst viele seiner Kunden damit zu erreichen sollten die beliebtesten Themen im Modellbau nach Meinung ihrer Marktanalysen zur Entscheidung dienen. Das Thema des 2. Weltkriegs steht dabei bei praktisch jedem Hersteller seit Beginn des Plastikmodellbaus auf Platz 1.                                                                                                                                                                                                                                                                     Squadron wollte aber darüber hinaus auch noch weitere Bastler und Sammler ansprechen und so kam man schließlich auf eine Thematik, die den Militärmodellbauer ebenso wie für den Science Fiction und Fantasy-Fan etwas zu bieten hat. Wenn man schon sein erstes Modell produziert, dann sollte es auch möglichst Aufsehen erregend sein,  was mit der Haunebau II sicher gelungen ist.          Die Geschichte dieses ungewöhnlichen Fluggeräts gehört aber mangels an stichhaltigen Unterlagen und Beweisstücken mehr ins Reich der Mythen und Legenden.  Trotzdem erfreut sich diese Thematik rund um mögliche technologische Errungenschaften aus der Zeit Mitte der dreißiger Jahre bis Kriegsende einer Weltweiten Anhängerschaft. Es entstanden dadurch solche neuen Themengebiete wie “Luft 46″ oder “Alternate History” und “What If” oder die These von der hohlen Erde welche eine wachsende Gemeinde an Romanautoren und Grenzwissenschaftlern hervorbringt. es sind die Luftfahrtingenieure, Verschwörungstheoretiker und SciFi-Liebhaber die sich gleichermaßen von diesen teilweise durchaus nachvollziehbaren Konstruktionen begeistern lassen.    Die einzig belegten Fakten dazu stammen von den alten Geheimgesellschaften Thule und Vril, zu deren Zielen es gehörte, Deutschland  vor allem von kriegswichtigen Rohölimporten unabhängig zu machen. Diese stellten  deshalb  sehr fortschrittliche Überlegungen an um an alternative Energiequellen und Antriebsmethoden zu kommen. Für die damalige Zeit ein ungeheurer Denkanstoß wenn man bedenkt das erst seit ein paar Jahren offiziell große Konzerne weltweit auf diesem Gebiet ernsthafte Forschungen betreiben.  Aus alten Blaupausen ergibt sich eine Art Entwicklungsgeschichte der Vril-Flugscheiben oder besser bekannt als Haunebu.  Während der Typ 1 mit 25 Metern Durchmesser noch etwas kleiner ausfällt und rund 4800 km/h schnell sein sollte, so ging die fiktive Entwicklung beim Typ 2 einen Schritt weiter und dieser sollte mit einem deutlich größerem Durchmesser bis zu 21.000 km/h Geschwindigkeit erreichen können und auch außerhalb der Atmosphäre operieren können.  Die geplante  Typenreihe kann dann noch bis zum Haunebu 4 mit 120 Metern  Durchmesser verfolgt werden. Es mangelt inzwischen kaum mehr an passender Literatur zu diesem Thema. Da aber keinerlei greifbare Beweise oder Überreste solcher Bahnbrechender Entwicklungen gezeigt werden kann, müssen wir uns halt mit dem Bausatz begnügen. Der Karton von imposanter Größe lässt schon erahnen das der Inhalt die meisten Vitrinen sprengen dürfte.

Haunebu Oben II

Bei einem Durchmesser von 35,5 cm des gebauten Modells fragt man sich wie schwierig denn so ein Monstrum zu bauen ist. Dank der sehr klug durchdachten Aufteilung der überschaubaren Bauteile und einem hervorragendem Spritzguss, Made in China, kommt auch der Modellbaueinsteiger gut mit so einem Projekt klar. Wegen der meist recht großen Einzelteile ist der mächtige Karton trotzdem prall gefüllt. Alle Spritzlinge sind sicher in stabile Beutel verschweißt um Kratzer und Bruchstellen von vorneherein auszuschließen. alles in allem hinterlässt das ganze Konzept von Squadron einen professionellen Eindruck in jeder Disziplin.  Dabei kann man sich auf eine ansprechende Inneneinrichtung und beweglichen Geschütztürmen, Einstiegsrampe und dem einfach gehaltenen aber äußerst robustem Fahrwerk freuen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Die Oberflächendetails sind eine Pracht und laden zu einer intensiven Alterung ein welches so einem Modell erst die richtige Würze verleiht und dabei den größten Spaß ermöglicht. Der Bauplan und auch die Verpackung sind eine reine Augenweide und dürften so manchen Sammler noch nach dem bau weiter erfreuen. Die englischsprachige Anleitung zeigt mittels fotografierter Bauteile und 18 kleinen Schritten wie einfach heute der Modellbau sein kann. Passungenauigkeiten sucht man vergebens und auch die Tube Spachtelmasse kann man getrost verschlossen lassen.  Die 4 Waffentürme an der unterseite bleiben Dank der findigen Aufhängung auch nach der Bemalung noch voll beweglich ohne dass es mal hackt. Die Klarsichtteile für die Bullaugen (Reservescheiben inklusive) und die Inneneinrichtung bestehend aus 3 großen Konsolen und 9 Sitzen lassen sich auch bequem nach der Bemalung einbauen, welches die Handhabung beim Bau noch weiter erleichtert.  Ein kleiner Seitenschneider, Bastelmesser und der Kleber sind ausreichend um den Rohbau an einem Abend fertig zu stellen.                                                                                                                                                           Die vorbildliche 2-seitige Bemalungsanleitung mit Farbfotos des gebauten Modells aus mehreren Perspektiven bietet uns eine ansprechende Splintertarnung als Vorschlag mit Angabe von RLM-& Vallejo Color Nummern an. Der Decalbogen von guter Qualität umfasst neben den normalen Hoheitszeichen noch mehrere Ziffern und ein altdeutsches H  für Haunebu sowie einen Kommandeurswinkel an. Da es sich um ein fiktives Projekt handelt sind die Gestaltungsmöglichkeiten praktisch unendlich. Durch das imposante Fahrwerk und die ausfahrbare Einstiegsrampe bieten sich besonders für den Dioramenbauer reizvolle Möglichkeiten an.

Squadron erfüllt dabei die Erwartungen des Qualitätsverwöhnten Modellbauers ohne das ganze zu kompliziert oder zu teuer werden zu lassen.  Frei nach dem amerikanischen Motto – Keep it simple Stupid- .  Die Experten werden sicher auch hier noch ein paar Ecken finden wo sich eine zusätzliche Detailierung anbieten würde, angefangen z.B. bei den Bremsleitungen am Fahrwerk. Für jeden normalen Modellbauer jedoch bietet sich hier eine Möglichkeit für reinen Bastelspaß. Ich habe für den Bau – Out of the Box – nur 3 Tage benötigt trotz der Größe. Eine klare Empfehlung  sich den Kit zuzulegen und vielen Dank an Squadron als Herstellerund Traudls Modellbauladen für die zeitnahe Bereitstellung dieses Schmuckstücks jeder Sammlung.

mit freundlichen Modellbaugrüßen

Jürgen Wimmer

Haunebu Inneneinrichtung

Haunebu Unten IV

Haunebu Seitenansicht III

Haunebu Größenvergleich i und II

Haunebu Größenvergleich I und II

 

 

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